Oberflächenbehandlungsverfahren

Das Rauhen oder Emerisieren ist ein mechanisches Veredelungsverfahren, bei dem ein Gewebe ein- oder beidseitig angeraut wird, um eine faserige Oberfläche zu erzeugen. Dieser Vorgang wird häufig vor dem Rauhen durchgeführt, um die Reibung zwischen den Fasern des Gewebes zu verringern und somit das Herausziehen der Faserenden zu erleichtern.

Der Rauh- oder Schmirgelprozess wird auf beiden Seiten des Stoffes durchgeführt und verändert das Aussehen und den Griff des Stoffes; bei Berührung vermittelt er ein weiches und glattes Gefühl, ähnlich dem einer pfirsichfarbenen Oberfläche.

Die Rauhmaschine besteht aus rotierenden Walzen, die mit Schleifpapier oder Diamantstreifen beschichtet sind. Diese rauhen den Stoff an und erzeugen je nach Druck des Schleifpapiers oder Diamantstreifens auf den Stoff einen mehr oder weniger ausgeprägten Effekt.DiamantwalzenDas Schleifpapier oderDiamantstreifenDie verwendeten Walzen können je nach gewünschtem Rauheitsgrad variieren und müssen nach einer bestimmten Anzahl von Betriebsstunden oder bei nachlassender Rauheitsleistung ausgetauscht werden. In manchen Fällen können auch Metallwalzen mit ungleichmäßiger, rauer Oberfläche oder Bimssteinwalzen eingesetzt werden, die sowohl auf trockenen als auch auf nassen Textilien eine ausgezeichnete Rauheitswirkung erzielen. Für eine sehr oberflächliche Rauheit kann die natürliche Schleifwirkung von Bimsstein erfolgreich genutzt werden.

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Sowohl graue als auch gefärbte Stoffe können dem Rauh- oder Emerisierungsverfahren unterzogen werden. Der zu emerisierende Stoff muss nach dem Entschlichten vollständig frei von jeglichen Harz- oder Klebstoffresten sein. Durch das Rauh- oder Emerisierungsverfahren wird die mechanische und dynamische Festigkeit des Stoffes verringert, wodurch er reiß- und nahtempfindlicher wird.

Der Stoff kann in der Rauhmaschine mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten transportiert werden; ein gleichmäßiger Druck wird durch zwei Ausgleichsarme am Ein- und Ausgang der Maschine gewährleistet. Die Stoffteile müssen aus abriebfestem Material wie Polyester oder Nylon gefertigt sein. Die Zahnräder müssen regelmäßig mit Druckluft gereinigt werden, da Florreste die Kugellager verstopfen oder sich wieder auf die Stoffoberfläche absetzen und so die Filter der Färbemaschinen beeinträchtigen können.

Das Rauh- oder Ätzverfahren, das den Stoff auf vielfältige Weise beeinflussen kann, kann bei gestrickten Schlauchwaren einige Probleme bereiten, wird aber häufig bei gewebten Stoffen unterschiedlicher Gewichte und Webarten eingesetzt (die Anwendungsbereiche reichen von grobem Jeansstoff bis hin zu leichter und feiner Seide oder Mikrofaser, beschichteten Stoffen und Kunstleder).

Die Rauhmaschine ist mit sechs Walzen für die Rauhwirkung auf der Stoffvorderseite und einer Walze für die Stoffrückseite ausgestattet. Ein Vorteil dieses Systems ist die Möglichkeit, Rauhtücher mit unterschiedlicher Körnung auf jeder einzelnen Walze zu verwenden. Dank dreier Dandy-Walzen lässt sich die Rauhwirkung während der Stoffbearbeitung automatisch anpassen, sodass das Rauhverfahren auch bei Strickwaren angewendet werden kann.


Veröffentlichungsdatum: 07.04.2022